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Sonja Füßmann ist
Orgelbäuerin seit 1997 und das mit Leib und Seele. Ihre Lehre absolvierte
sie in einer Bamberger Orgelbauwerkstatt, die sich die massive
Vollholzbauweise auf ihre Fahnen geschrieben hat.
So wurde sie von Anfang an an die Ästhetik des massiven Holzes und seiner
Verarbeitung gewöhnt. Doch
auch blankes Metall ist ihr nicht fremd, denn Sonja Füßmann arbeitete
auch längere Zeit bei Meister Wolfgang Schramm, seines Zeichens Fachmann für den
Bau neuer und die Restaurierung historischer Metallpfeifen und sammelte
dort in beiden Bereichen wertvolle Erfahrungen.
Diese lässt sie nun seit einiger Zeit in den Betrieb von Oliver Schulte
(siehe rechts) einfließen, den sie - wie es sich für Orgelbauer gehört
- während ihrer Ausbildung auf der Berufsschule in Ludwigsburg
kennenlernte.
Die gebürtige
Bayreutherin allerdings auf einen speziellen Aufgabenbereich zu
beschränken würde ihr nicht gerecht werden, denn das wirklich
außerordentliche handwerkliche Geschick verbunden mit dem Hang zu
geduldiger Perfektion macht sie zu einer "interdisziplinären
Topkraft" (bis auf die Disziplin "Intonation", wie sie
selber einräumt...).
Es war Sonja
Füßmann (der Autor gibt es gerne zu), die die Initialzündung zu diesem
Projekt gab. Zwar gefiel beiden das Instrument
sofort, aber wie so oft im Leben war sie es, die mit dem Vorschlag (oder
war es eine Feststellung?) kam:
"Lass sie uns kaufen!" |


Mittelpunkt
der ganzen Geschichte und Objekt der Begierde. Ein Instrument, errichtet
Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts und als solches ein nahezu
unverändertes "Kind seiner Zeit", klassizistisch in ihrem
Auftreten, romantisch in ihrer Sprache.
Und: eine vollmechanische Kegellade - eine Art der Traktur, die zumindest
in unseren Breitengraden des Rheinlands aussergewöhnlich und selten ist.
Und die, so man den Mikrokosmos Orgelbau genauer betrachtet, vielleicht
kurz vor einer kleinen Renaissance steht... aber das wäre müßige
Spekulation.
Tatsache dagegen
ist, dass eben jenes Instrument in einem technisch traurigen Zustand viele
Jahre bei dem Wuppertaler Gebrauchtorgelhändler Andreas Ladach darauf
wartete, dass sich ihrer jemand erbarmt.
Zwar war nahezu jedermann begeistert von dem ersten Eindruck, der sich ihm
bot, jedoch schreckte man in gleichem Maße zurück, wenn man die Arbeit
sah, die für die Restaurierung aufgebracht werden musste.
So kam es, dass sich
Anfang des Jahres 2006 zwei Orgelbauer (siehe links und rechts) dazu
entschieden, diesen Orgelschatz zu bergen - ohne Kunden und ohne Auftrag.
Was nun daraus wird,
soll hier erzählt werden...
Die Disposition:
Manual C - g'''
Bordun 16'
Prinzipal 8'
Flöte 8'
Salicional 8'
Oktave 4'
Flöte 4'
Quinte 2 2/3'
Superoktave 2'
Pedal C - f'
Subbass 16'
Gedecktbass 8' |


Orgelbau - seit 1997
der Beruf von Oliver Schulte und mit der Zeit mehr als das geworden,
vielmehr eine Berufung.
Der Unterschied? Schwer zu sagen - vielleicht am ehesten folgendermaßen
zu beschreiben:
Das intuitive Gefühl, dass Richtige für sich zu tun. Etwas anderes zu tun wäre ein Irrtum.
Wie dem auch sei:
seit Anfang 2006 ist Oliver
Schulte, Sohn
von Siegfried Schulte, Inhaber der Firma Orgelbau Schulte, in der seit 1978
mittlerweile über 30 neue Instrumente entstanden sind.
Fünf Jahre zuvor
verbrachte er ein ganzes Jahr im Schwarzwald bei der Firma Martin Vier und
lernte dort die Kunst der Restaurierung historisch wertvoller Instrumente
kennen. Ein Aspekt, der ihn in der folgenden Zeit immer mehr beschäftigen
sollte. Ein Faszinosum: Anders als bei neuen Instrumenten muss sich der
Orgelbauer eine Handschrift eines Anderen aneignen, muss sich in die
Fertigungsweise hineindenken, muss das Klangideal erfassen und die
Gesamtidee des alten Meisters verinnerlichen.
Einen Höhepunkt
erlebte er bzw. die ganze Firma Schulte 2003, als sie die Ehre hatte,
eines der ersten Werke der Firma Joh. Klais (op. 9) zu restaurieren und
teilweise zu rekonstruieren!
Jetzt ist Oliver
Schulte Meister des Orgelbaus und Geprüfter Betriebswirt und mehr denn je
eingeflochten in die doch teilweise recht gegensätzlichen Welten des
Kunsthandwerks Orgelbau auf der einen Seite und der der modernen
Unternehmensführung auf der anderen Seite.
Und als wenn dies
nicht schon genug wäre, nein, man holt sich ein weiteres
"Feierabend-Projekt" ins Haus - eben unsere "Steinmeyer
207" - um sie dann zusammen mit Freundin Sonja Füßmann (s. links)
wieder in Schuss zu bringen...
...denn eines ist
klar:
Orgelbau macht
Spaß!
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