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Es war der
19.10.2005 als ich sie das erste Mal sah.
Für einen Moment
hielt ich in meinen Gedanken inne, war gebannt von ihrem Charme.
Gut, sie war nicht
mehr die Jüngste und alles in allem sah sie äußerst mitgenommen
aus, aber mit weit über 100 Jahren darf man einem das Alter ruhig
ansehen...
Nein, keine
Hochglanz - Romanze in einem toskanischen Cafe, auch keine Affäre
an der Cote d'Azur. Ort des Geschehens war eine Kirche in Wuppertal,
der Ausstellungsraum des Musikalienhändlers Andreas Ladach.
Und wer war
"sie"?
"Sie",
das war eine Pfeifenorgel. Auf den ersten Blick Mitte bis Ende des
19. Jahrhunderts erbaut, ein Werk der Romantik.
"Jeder
ist sofort von ihr angetan!" erklärte Andreas Ladach.
"Aber es ist einfach so viel an ihr zu tun", was dann auch
der Grund dafür war, warum sie bereits 5 Jahre dort quasi im Dornröschen
schlaf darauf wartete, dass sich ihrer jemand annahm.
Letzten Endes
war es meine Freundin, ebenso dem Orgelbau verschrieben wie ich und
mindestens ebenso begeistert von der Orgel, die ausschlaggebend dafür
war, dass wir uns dazu entschlossen, das Instrument auch ohne Käufer
zu erwerben, um es zu restaurieren. Einfach so. Quasi als Hobby nach
Feierabend.
Sicher wird es eine Weile dauern, aber es hetzt uns ja niemand - zur
Abwechslung.
Und da uns
dieses Projekt jetzt schon, am Anfang, so am Herzen liegt, dachten
wir, dass es sicherlich viele Menschen gibt, die ein solches Projekt
auch interessieren könnte, die wissen wollen, welche Arbeit hinter
einer so umfangreichen Restaurierung liegt.
So haben wir
uns entschlossen, dieses "Online-Tagebuch" ins Netz zu
setzen, so dass Sie hautnah mitverfolgen können, was dem Instrument
so alles widerfährt, welche Rätsel wir zu lösen und welche
Arbeiten wir zu vollbringen haben auf dem langen Weg - und lang ist
er. Wir werden sicherlich nicht dieses Jahr fertig, vielleicht auch
nicht nächstes Jahr, denn diese Restaurierung läuft wie erwähnt
eben nur "nebenbei" - ein Betrieb führt sich eben nicht
alleine.
Und damit die
ganze Sache nicht in trockener Theorie versumpft oder sonstwie zu
langweilig wird, wird dem ganzen noch ein guter Schuss Augenzwinkern
zugesetzt. Denn man kann durchaus mit Humor und Freude bei der Sache
sein und sie trotzdem ernsthaft betreiben!
Orgelbau macht
Spaß! |